
Sowohl das Alphorn als auch die Shakuhachi sind Musikinstrumente von extremer Eigenwilligkeit. Beides sind monophone Blasinstrumente, mehr oder weniger einfache Holzrohre aus dem jeweils naheliegendsten Material (Tannenholz bzw. Bambus). Obwohl die jeweils eigenen Völker ein gespaltenes Verhältnis zu ihnen haben, tragen sie das Etikett von „Nationalinstrumenten“ der Schweiz bzw. Japans. Ihrer archaischen Kraft und Emotionalität können sich letztlich eben die wenigsten entziehen.
Drei Täler, Moosruef, Wasserfall, Ins Tal hinab, Leerer Himmel, Windig Wätter, Herbstwind, Uf em First, Kyushu und Liebeggler sind abwechslungsweise Titel von klassischen Shakuhachi - und traditionellen Alphornstücken. Die Gegenüberstellung zeigt die Bedeutung der Landschaft in beiden Kulturkreisen und weist auf den häufigen Gebrauch der Instrumente unter freiem Himmel hin.
Balthasar Streiff und Ueli Derendinger spielen inhaltlich präzise mit dieser kulturellen und historischen Vorgabe. Als Komponisten und Dirigenten ihrer Begegnung setzen sie lustvoll ihre ureigenen Geschichten hinzu: mal skurril, mal banal, mal tierisch, mal sensibel, mal radikal, mal normal. Dabei gleicht das Zusammenbringen dieser extrem unterschiedlichen Blasinstrumente einem kompositorischen Hochseilakt. Mit Komposition und Improvisation und immer sparsam aber präzise eingesetzten Mitteln balancieren Streiff und Derendinger auf der Schnittstelle zweier Welten, verharren bald im Fernweh der Gegenwart, bald im Heimweh der Vergangenheit. Sanshi/Purpurberg lebt vom Wunsch zweier musikalischer Einzelgänger eine gemeinsame Sprache zu finden.
CD & Performance/Konzert
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